Freitag, 24. September 2010

Tag 173!

Ein herzliches Hallo an alle!

Lange ist’s her als ich meinen letzten Blogeintrag verfasst habe. Viel ist geschehen und ich habe eine Menge erlebt. Mittlerweile habe ich hier auch die Halbzeit erreicht. Nun gut, was gibt es alles zu berichten. Zunächst möchte ich gern etwas über meine Gastfamilie schreiben. Sie hat mich sehr nett aufgenommen und ich habe mich immer wohl gefühlt. Da wäre zum einen meine Gastmama, sie leitet ein Geschäft unweit von meinem Projekt. Sie ist sehr nett und hat sich wie eine echte Mutter um mich gekümmert. Dann wäre da mein Gastpapa, er ist von Beruf Tierarzt und lebt diesen Beruf voll und ganz aus. Etwas streng, immer sehr ernst aber im Großen und Ganzen ein guter Mensch. Dann kommen da noch meine 2 Gastbrüder, zum einen Banard, 25 jahre alt, immer hektisch, auf 180 und meist auf meiner Wellenlänge und zum anderen Anthony, 29 Jahre alt, Familien-papa, gemütlich und einfach. Die meiste Zeit hatte ich dann mit Banard zu tun.

Dem ein oder anderen ist bestimmt schon aufgefallen, wieso schreibe ich denn das in der Vergangenheit? Weil ich seit dieser Woche nicht mehr in meiner Gastfamilie wohne. Leider gab es eine Menge interner familiärer Probleme, welche die Familie praktisch auseinander gerissen hat. Aus diesem Grund war es für alle Beteiligten das Beste die Familie zu verlassen. Sollten sie doch mal in meinem Blog vorbeischauen, Google Übersetzer macht’s möglich, vielen Dank für die tolle Zeit!

Einerseits fand ich es ziemlich traurig, hab sie alle sehr gern gehabt. Andererseits, bekam ich ein eigenes Apartment und das ist wesentlich besser als ich je erwartet hätte. (Bilder folgen) Das Beste am ganzen, es wird alles gesponsert. Eventuell kann ich sogar meine eigenen Hunde halten. :)

Nun ja was gibt’s noch so alles zu berichten? Mein Projekt läuft blendend. Mittlerweile hab ich hier sowas wie ein pseudo Diplom eingeführt. Sind alle mächtig stolz darauf, ist aber leider auch mit viel Arbeit verbunden, weil die Studenten alles schön vorbereitet und vorgekaut haben wollen. Sowas wie selbstständiges lernen oder Literatur Recherche kennen die nicht. Ich bin auch nicht mehr allein, habe mittlerweile 2 Lehrer die ich antrainieren kann.

Mein Alltag besteht aus knapp 4 Stunden Unterricht, Vorbereitungen, Korrekturlesen, Pläne erstellen, Studenten beraten, betreuen und Fragen beantworten. Dabei habe ich auch viel Spaß mit meinen Assistenz Lehrern die von mir ebenso wie ich von ihnen lernen kann/können.

Letztens hab ich hier in Narok im Supermarkt sogar Deutsche getroffen. Waren in der Durchreise und mir ist das erste Mal schwer gefallen deutsch zu sprechen, war im wahrsten Sinne des Wortes Sprachlos. Kamen sogar aus Sachsen. :D

Viel komme ich jedoch leider in letzter Zeit nicht rum, bis auf meine gelegentlichen Trips nach Nairobi oder hier in der Umgebung um Narok am wochenende, sieht es lau aus. Dafür wird mich aber in gut 2 Wochen meine Mama besuchen kommen. Vorbereitungen sind schon alle erledigt, wird zwar etwas teuer aber dafür bekommen wir eine Menge zu sehen u.a. eine Menge Safari-touren. Freu mich schon drauf, wird mein erster richtiger Urlaub seit langem.

Um auch mal ein kleines Resümee aus den vergangen Wochen zu ziehen. Das Projekt hält was es verspricht, die Angelegenheit mit meiner Gastfamilie ist traurig aber unvermeidlich gewesen und sonst geht’s mir prima! Leider hätte ich nicht erwartet, dass mein Blog dann doch so einschläft, dabei nehm ich die Schuld auf meine Kappe, war meist zu faul ein paar Zeilen zu texten. Gelobe Besserung.

Grüße an alle aus/in Deutschland,

Philipp

Freitag, 21. Mai 2010

Arbeit ohne Aussicht auf ein Ende...

Nach laaanger Zeit hab ich mich mal wieder dazu entschlossen hier meinen Senf abzugeben. Zunächst zu mir, sorry für den Ausdruck, aber mir geht’s scheisse geil! Ich möchte mich hiermit ganz besonders an meinen besten Freund Florian richten. DANKE! Für alles! (Die Rechnung werde ich natürlich begleichen, wenn ich zurück komme, nur über die „Papa-frage“ müssen wir noch verhandeln :D.)
Der Grund der dahinter steckt ist, aufgrund von Florian, der ein Fehler in meinem Diplomzeugnis entdeckt hat, bin ich in meiner Diplomnote auf ein „Gut“ gesprungen. Und ich glaub, dass ich nicht sonderlich erwähnen muss, wie dankbar ich ihm bin.

(Du bist mein Held, Florian :D)

Zurück zu Kenia. Hier läuft seitdem ich aus meinem Urlaub zurück bin (diesen Montag) alles drunter und drüber. Restlos alle Lehrer sind gegangen. Einer hat sich kurzerhand entschieden weiter zu studieren. Der Zweite im Bunde hat einen neuen besser bezahlten Job und somit alles stehen und liegen lassen und die dritte kommt laut eigener Aussage auch nicht mehr wegen einem anderen Job. Das bedeutet, seit Montag herrscht hier eine One-man-show. Somit stress pur, vor allem da die anderen Lehrer ihre Materialien wie Tutorials etc. mitgenommen haben. Heute ist Freitag, so langsam hab ich wieder ein bisschen den Überblick aber die kommenden Wochen werden Arbeit pur, da zahlende Schüler unterrichtet werden wollen.

Zu meinem Urlaub. Ich war mal wieder in Mombasa und Umgebung unterwegs. Es war der Hammer. Strand, Palmen, super Wetter, lecker Essen, schwimmen im Ozean, Freunde treffen, Clubbing, einfach mal die Seele baumeln lassen etc. Leider kam ich meist nie dazu Fotos zu machen, da auch zugegebenermaßen nicht mehr daran gedacht habe.
Mein nächster Urlaub wird wohl auf sich warten lassen, da hier Arbeit für mehr als 3 Leute anfällt. Meine neuen Projekte und Ideen müssen dabei auch warten und somit bin ich permanent beschäftigt aber glücklich.

Natürlich grüße ich ganz herzlich alle aus Deutschland! Kwa heri!

Dienstag, 4. Mai 2010

Tag 36

Heute ist der 4. Mai, ein wunderschöner Dienstag, mein 36. Tag in Kenia und es wird mal wieder Zeit für einen neuen Eintrag in meinem Blog. Bevor ich hier aber anfange zu berichten, möchte ich mich bei allen, die an meinen Geburtstag gedacht haben, ganz herzlich Bedanken! Leider konnte ich nicht allen sofort antworten da hier des Öfteren der Strom oder das Internet ausfällt.
Nun zum meinem Bericht. Wo fange ich am besten an... Mein Geburtstag war sehr ruhig. Im Allgemeinen wird hier in Kenia der Geburtstag nicht so gefeiert und hat auch nur sehr wenig an Bedeutung. Somit beschränkte sich mein Geburtstag auf eine Geburtstagskarte von meiner Gastfamilie. Gefeiert habe ich dann aber am Samstag mit ein paar Freunden in einer kleinen Bar.
Meine Schüler haben meine Prüfung bestanden und mittlerweile leite ich meinen nächsten Kurs. Mein Drang, hier alles ein wenig zu verbessern ist ungebrochen, so habe ich mittlerweile mich an das Management gemacht und optimiere unser Lehrangebot, die Preispolitik und das Marketing. :-]
Das Wochenende gestaltete sich diesmal ziemlich ruhig. Grund dafür war das mein geplanter Trip nach Nairobi inklusiver Sightseeing-tour am Sonntag durch mein Gastpapa zunichte gemacht wurde. Er ist ziemlich streng was das ausgehen angeht und wollte anscheinend nicht, dass ich mit meinem Gastbruder nach Nairobi fahre. Stattdessen gab er uns die Aufgabe eine Ziege zu schlachten. Jepp, ihr habt richtig gelesen, schlachten… und es war alles andere als genehm.
Am Montag gabs dann in ganz Narok keinen Strom, hatte zur Folge, ein freier Tag. Den haben wir genutzt um die Universität in Narok zu besichtigen. Dafür mussten wir aber auch locker 2 Stunden Fußmarsch hinlegen. Während diesen 2 Stunden, haben wir dann über unterschiedliche Auffassungen von „it‘s not far away“ diskutiert…Um das mal genauer zu beleuchten. Wenn ein Kenianer sagt, „ich bin gleich da“ meint er „ich brauche 30 minuten“. Sagt er, „ich bin in 5 min da“ meint er „ich brauche 45 minuten“ usw.. Ähnlich verhält es sich mit der Distanz, „nicht weit weg“ bedeutet sowas wie „zwischen 2-3 Stunden Fußmarsch“. Das Beste ist aber immer noch, wenn ein Kenianer sagt, „wir treffen uns um 12“ dann kann es zu folgen Dingen führen. 1. Er kommt gar nicht. 2. Er kommt, aber 2 Stunden zu spät. Oder 3. Er ruft an und sagt „ich bin gleich da“…

Mittlerweile ist mein Gastpapa für 3 Wochen in den USA, was bedeutet, ich werde mit meinem Gastbruder für 1 Woche Urlaub machen. Wir haben vor die Küste unsicher zu machen…